Häufung
Rechtsextremer Übergriffe
Presseerklärung
des Ak Antifa Mannheim vom 25.8.2005
Am
Samstag Abend wurde in Mannheim ein Jugendlicher brutal
zusammengeschlagen, weil er rassistisches Gegröhle
in der Strassenbahn nicht kommentarlos hinnahm. Etwa
30 Rechtsextremisten störten am vergangenen Mittwoch,
17. August eine Wahlkampfveranstaltung der SPD in
Ludwigshafen. Bereits am 22.07 wurde ein 25-Jähriger
Opfer eines Überfalls, der beinahe tödlich
verlaufenen wäre.
Weil
er als einziger seinen Widerspruch gegen rassistisches
Gegröhle in der Strassenbahn äusserte, wurde
ein 17-Jähriger am vergangenen Samstag dort von
drei Rechtsextremisten zusammengeschlagen. Die Täter
schlugen ihn mehrfach ins Gesicht und hielten das
Bein ihres Opfers fest, um es gezielt am Knie verletzen
zu können. Couragiertes Eingreifen von anderen
Fahrgästen blieb in der vollbesetzten Strassenbahn
auch dann noch aus.
Die
Störung der Wahlkampfveranstaltung vor dem Pfalzbau,
an der auch Gerhard Schröder teilnahm, verlief
verhältnissmässig friedlich. Seit etwa einem
halben Jahr gehört es zur Taktik des Regionalen
Kameradschafts-Spektrums um das sogenannte "Aktionsbüro
Rhein-Neckar" bei öffentlichkeitswirksamen
Aktionen möglichst ohne direkte körperliche
Gewalt zu agieren. Dahinter steht die Absicht, sich
als friedliche und entrechtete Minderheit zu inszenieren.
Allerdings versuchten die Rechtsextremisten auch hier
brutal einem Fotografen den Fotoapparat zu entreissen,
Menschen die ihre Ablehnung der völkischen Hetze
ausdrückten, wurden bedroht und eingeschüchtert.
Der
brutale Überfall auf der Adenauer-Brücke
in der Nacht auf den 22.07.wurde erst durch einen
Artikel der Rheinpfalz vom 20.08. der Öffentlichkeit
bekannt. Er zeigt eindrücklich die unmittelbare
Gefahr die von Rechtsextremisten ausgeht. Das Opfer
erlitt unter anderem einen Schädelbasisbruch
und Hirnblutungen, der Angriff wäre um ein Haar
tödlich verlaufen. Auch ein Begleiter des Opfers,
der diesem zu Hilfe eilen wollte, wurde mit einer
Gürtelschnalle verprügelt.
Ein
Sprecher des Ak Antifa dazu: "Welches Geistes
Kind sie sind, fällt den sogenannten "Nationalen
Jugendlichen" vom Aktionsbüro offenbar schwer
zu verbergen. Den Hang Rechtsextremer zu exzessiver
Gewalt gegenüber Schwächeren und Minderheiten
offenbaren die anderen beiden Übergriffe deutlich.
Es ist Skandalös, dass die Polizeibehörden
den offensichtlich rassistisch motivierten Überfall
Ende Juli verschwiegen haben. Wie hoch die Dunkelziffer
bei solchen Delikten liegen mag, kann nur spekuliert
werden. Sie dürfte aber ungleich höher liegen."
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