Gewalttätige
Übergriffe durch Nazis aus der Rhein-Neckar Region
Pressemitteilung
vom 18.07.2008
In
der Nacht von Samstag den 12.07. auf Sonntag den 13.07.08
kam es zu einem Übergriff im Mannheimer Stadtteil
Jungbusch. Gegen 0.45 Uhr liefen drei Jugendliche
über die Kreuzung Ecke Dalbergstraße /
Werftstraße und passierten eine Gruppe junger
Männer. Eine Person aus dieser Gruppe versperrte
ihnen den Weg und schlug einem der Jugendlichen mit
den Worten "Good night white pride, oder was?"
auf die Brust. Zwei weitere attackierten ihn von hinten.
Als er zu Boden ging, trat die gesamte Gruppe von
allen Seiten mehrmals auf ihn ein. Auch einer seiner
Begleiterinnen, die ihm zur Hilfe kommen wollte, schlugen
die Nazis mehrmals ins Gesicht. "Good night white
pride" ist ein bekanntes antifaschistisches Logo,
welches sich gegen Nazis und eine vermeintliche Überlegenheit
einer halluzinierten "weißen Rasse"
richtet.
Der
zweite Übergriff ereignete sich wenige Stunden
davor am Bonner Hauptbahnhof. Vier Jugendliche aus
Mannheim waren auf dem Rückweg eines Ausflugs,
als am Bonner Hauptbahnhof Teilnehmer Innen eines
Nazi-Aufmarsches in den Zug einstiegen. Darunter befanden
sich ca. 40 Nazis aus Ludwigshafen und der Vorderpfalz,
die aller Wahrscheinlichkeit nach dem Aktionsbüro
Rhein-Neckar zuzuordnen sind. Als die Nazis die Jugendlichen
sahen und antifaschistische Symbole erkannten, begannen
sie sofort, auf sie einzuschlagen, zu treten, sie
zu bespucken und zu demütigen. Mehrere PolizistInnen
waren während des gesamten Vorgangs anwesend
und konnten den Übergriff mitverfolgen. Diese
weigerten sich jedoch troz wiederholter Aufforderungen,
den Jugendlichen zur Hilfe zu kommen. Statt dessen
blieben sie untätig und ließen die Nazis
gewähren. Erst nachdem die Nazis damit begannen,
auf weitere Menschen einzuprügeln und aus dem
stehenden Zug zu werfen, griffen einige Beamte ein.
Es kam jedoch weder zu Festnahmen noch wurden die
Personalien der Nazis festgestellt.
Einer der angegriffenen Jugendlichen konnte unter
den prügelnden Nazis den in der Mannheimer Innenstadt
wohnhaften Nazikader Christian Hehl erkennen. Hehl
ist ein bundesweit bekannter Funktionär der NPD
und des lokalen Nazinetzwerks "Aktionsbüro
Rhein-Neckar".
In
der Rhein-Neckar Region tummeln sich zahlreiche extrem
rechte bis hin zu offen nazistischen Organisationen.
Mit der NPD, den Republikanern oder der Deutschen
Liste seien nur einige genannt. Das Neztwerk der lokalen
Kameradschaften, das so genannte „Aktionsbüro
Rhein-Neckar“ hat sich unter der Rigide von
Nazikadern wie Matthias Hermann aus Ludwigshafen oder
Rene Rodriguez Teufer aus Viernheim zu einer der aktivsten
Nazistrukturen in Westdeutschland entwickelt. Die
kulturelle Untermalung wird z.B. durch den extrem
rechten Musikversand Gjallarhorn Klangschmiede aus
Ludwigshafen besorgt. Vor dem Hintergrund derart ausgebauter
Nazistrukturen, die von offizieller Seite weitgehend
unbehelligt bleiben, sind Übergriffe wie am vergangenen
Wochenende eine logische Konsequenz.
Waren
Übergriffe dieser Art in Mannheim bisher eher
selten, so finden in Ludwigshafen und der pfälzischen
Provinz solche Vorfälle - ignoriert von jeglicher
Öffentlichkeit - beinahe jedes Wochenende statt.
Da Aufklärung und juristische Verurteilung solcher
Angriffe, wie es beispielsweise beim Prozess gegen
Martin Schumacher (und andere Mitglieder der Deutschen
Liste) dieses Jahr am Mannheimer Landgericht der Fall
war, eine Seltenheit sind, hilft nur konsequente Gegenwehr
und Intervention aller antifaschistischen Kräfte
gegen die Nazis in der Region und überall.
Für
Rückfragen zu den lokalen Nazistrukturen sowie
zu den beschriebenen Vorfällen stehen wir gerne
zur Verfügung. Bitte schreiben Sie uns hierfür
eine email oder teilen uns eine Telefonnummer mit,
unter der wir Sie zurückrufen können.
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