AK ANTIFA MANNHEIM


AK ANTIFA MANNHEIM
POSTFACH 12 19 65
68070 MANNHEIM

akantifa@juz-mannheim.de
[pgp]

http://www.akantifa-mannheim.de
http://www.akantifa-mannheim.de/changetheclimate

 

VERANSTALTUNGSHINWEIS

Do. 11. Oktober - JUZ Mannheim - Beginn 19:30 Uhr

Podiumsdiskussion "Schönau nicht vergessen!"

Solidarisierung mit MigrantInnen und der Umgang der linken Szene mit den rassistischen Ausschreitungen in Mannheim-Schönau 1992

Einleitungsreferat: Matthias Möller, Kulturwissenschaftler und Autor des Buches "Ein recht direktes Völkchen"
Auf dem Podium: AktivistInnen der linken Szene aus Mannheim, Heidelberg und Frankfurt, die 1992 an den antirassistischen Aktionen beteiligt waren
Moderation: Komitee Schönau nicht vergessen!

Selbstverständlich sah sich die linke Szene in Mannheim zum Eingreifen gezwungen, als hunderte RassistInnen im Mai '92 die AsylbewerberInnensammelunterkunft im Stadtteil Schönau belagerten und angriffen. Unterstützung bekam sie dabei von AntirassistInnen aus der übrigen Rhein-Neckar-Region und vor allem aus Frankfurt. Die Tatsache, dass in Schönau die Krawalle nicht von organisierten Nazis ausgingen, wie es beispielsweise in Hoyerswerda der Fall war, hatte unterschiedliche Erklärungsmuster zur Folge. Während Frankfurter Gruppen mit dem Aufruf zur "Vertreibung des Deutschen Mobs aus den Straßen von Schönau" nach Mannheim fuhren, gab es vor Ort auch Versuche, die Vorfälle als "fehlgeleiteten" Sozialprotest zu erklären. "Rebellion ist gerechtfertigt. Aber so geht’s nicht!" war auf einem Flugblatt als Überschrift zu lesen. Und weiter: "Die Dummheit und Feigheit mit der einige SchönauerInnen versucht haben, ihre Wut auf die Verhältnisse gegen Schwächere auszuleben ist absolut widerwärtig. Es gibt gute Gründe auf die Straße zu gehen. Wohnungsnot, Mieten, Löhne (...) Wir gehen davon aus, dass auch in Schönau einige dieser Gründe eine Rolle gespielt haben." Und weiter: "Es ist nachvollziehbar, wenn es zu Problemen zwischen den Flüchtlingen und der Bevölkerung kommt (...) Aber das entschuldigt gar nichts! (...) Und die Herrschenden lachen sich ins Fäustchen. Solange die "unten" sich gegeneinander ausspielen lassen, brauchen die "oben" nichts zu befürchten". Dieses Flugblatt wurde scharf kritisiert, da eine rassistische Ideologie als eigentliches Motiv ausgeschlossen wurde. Möglicherweise kam es dazu, weil eben nicht Nazis, sondern die "ganz normale" Bevölkerung des sozial schwachen Stadtteils die Ausschreitungen initiierte. Für eine Linke, die das deutsche Proletariat als revolutionäres Subjekt zu agitieren versuchte, war dies ein schwerer Rückschlag. Wir wollen bei der Podiumsdiskussion das Thema näher beleuchten und Personen zu Wort kommen lassen, die 1992 in der linken Szene aktiv waren.

Matthias Möller, Kulturwissenschaftler und Autor des Buches "Ein recht direktes Völkchen" wird zu Beginn der Veranstaltung eine Einführung ins Thema geben. Er wird kurz den chronologischen Ablauf der Ereignisse referieren und die verschiedenen linken Positionen darstellen. Begleitet wird die Einführung von Videomaterial aus den Lokalsendern von '92.

Beginn 19.30 Uhr

JUZ Mannheim
Jugendzentrum in Selbstverwaltung
Am Neuen Messplatz
Käthe-Kollwitz-Straße 2-4
68169 Mannheim
Straßenbahn Linie 1 und 3
Haltestelle "Neuer Messplatz"
http://www.juz-mannheim.de